Unser Bewegungsapparat besteht aus Muskeln, Gelenken und Knochen. Gemeinsam mit unserem Nervensystem produzieren sie Bewegung. Eine Nerven- oder Muskelerkrankung kann sich daher auch auf den Bewegungsapparat auswirken, im schlimmsten Fall kann es zu Lähmungen kommen. Unser Bewegungsapparat passt sich an Einschränkungen an, verformt sich und so entstehen im Laufe der Zeit oftmals vorzeitige Abnutzungen und Schmerzen.
Die enge Nachbarschaft von Strukturen des Bewegungsapparates zu Nerven und Rückenmark sind der Grund dafür, dass vor allem orthopädische Erkrankungen zu neurologischen Störungen führen und umgekehrt. Das klassische Beispiel und wohl mit Abstand häufigstes neuroorthopädisches Leiden sind die sogenannten Ischiasbeschwerden: Druckschädigungen infolge eines Bandscheibenvorfalls, einer knöchernen Enge des Wirbelkanals oder eines Gleitwirbels führen zu der ausgesprochen schmerzhaften Störung von Nervenwurzeln.
Die Neuroorthopädie beschäftigt sich mit:
- ambulant nicht beherrschbaren Schmerzen
- Funktionsstörungen, z.B. zunehmende Immobilität oder überwachungsbedürftige neurologische Ausfälle wie Nervenschäden mit Lähmungen
- Rückenbeschwerden bei stark übergewichtigen Patienten
- akuten lumbalen (drückenden und ziehenden) Bandscheibenvorfällen mit Wurzelkompression und selten auch Kaudakompression (Schädigung der sakralen Nervenfasern)
- akuten zervikalen (zum Hals gehörenden) Bandscheibenvorfällen mit Wurzelkompression, Rückenmarkskompression (Myelopathie; Schädigung des Rückenmarks der Halswirbelsäule)
- Wirbelgleiten (Spondylolisthesis), Instabilität
- knöcherner Spinalkanalstenose (Verengung des Wirbelkanals)